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Dirty Writing

978-3-887696-67-2

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Vom Schreiben schamloser Texte. 

Ein Übungs- und Inspirationsbuch

Taschenbuch

Autoren/Herausgeber: Ines Witka
Ausgabe: 1. Auflage

 

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12,90 € inkl. MwSt.

Lieferzeit: 7-10 Werktage

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Daten

Seiten 256
Print Taschenbuch, Broschur
Größe 21 x 14,8 cm
Erschienen: 01.03.2015

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Infotext des Verlages:

Das unterhaltende Sachbuch bringt zwei elementare Bedürfnisse des Menschen zusammen: Erotik und Schreiben. Sexualität und Kreaivität befeuern sich gegenseitig. Zwei Kulturtechniken, die die Menschheit vorangebracht haben. Über 50 Vorschläge, wie man Zugang zur eigenen Erotik und zum erotischen Schreiben findet, sowie Textbeispiele, Grundlagenwissen für Schreibende und viele Übungen: für einzelne Szenen, Dialoge oder eine ganze Geschichte mit Spannungsaufbau.
Die Überschriften der Kapitel sind in einem klassischen Schreibspiel, dem Abecedarium, entstanden. Passend zu den Stichwörtern findet sich Wissenswertes zu Erotik und Sexualität und zur Geschichte erotischer Kunst und Literatur.
Die Gestaltung: mit Bildelementen und die Übungen wie ein Tagebuch, zum direkten Hineinschreiben. Der Impuls aus dem Text kann so sofort umgesetzt werden.
„Erotisches Schreiben ist nicht möglich, ohne erotisch zu fühlen, es bezieht den eigenen Körper immer mit ein. Umgekehrt gibt es kaum ein besseres Stimulans für die Erotik als eine gut erzählte Geschichte, die Beichte eines erotischen Traums oder Worte, die sich Liebende ins Ohr flüstern.“

Kopfkinocheck Rezension

Kopfkinocheck Rezension

KOPFKINOCHECK-Rezension:

„Dirty Writing“ von Ines Witka ist als Mitmachbuch konzipiert und will einen Zugang zum Schreiben erotischer Texte und damit zur eigenen Erotik aufzeigen.

Die Autorin greift die Idee des klassischen Abecedariums auf, um ihr Buch zu strukturieren. Passend zu jedem Buchstaben des Alphabets gibt es einen erotischen, meist doppeldeutigen Überbegriff, z. B. Fesseln oder Quickie. Dann folgen verschiedenartige Einführungstexte und schließlich die Aufforderung, selbst kreativ zu werden. Dazu sind linierte Buchseiten angefügt, in die man seine eigenen Texte schreiben kann.

Ines Witka geht von der zutreffenden Prämisse aus, dass Sexualität sich vorwiegend im Kopf abspielt. (S. 68) Es ist offensichtlich, dass die Autorin sich in Kunst, Literatur und Kulturgeschichte hervorragend auskennt. Welche Linie sie allerdings in ihrem Sachbuch „Dirty Writing“ verfolgt, ist manchmal nicht ganz eindeutig. Will sie nur Beispiele aufzeigen, Wissen vermitteln, Ratschläge für besseres Schreiben erteilen, philosophische Anmerkungen machen oder ihre eigenen erotischen Texte präsentieren? Ihr Buch gibt dem Leser von allem ein bisschen. Man erfährt viel Interessantes zur Geschichte der Erotik, vor allem im Zusammenspiel mit der Kunst, und mit einigen selbst verfassten Geschichten gibt die Autorin auch eine eindrucksvolle Kostprobe ihrer Fähigkeiten auf dem Gebiet des erotischen Schreibens. Doch durch das Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Ansätzen und Textformen wirkt alles insgesamt sehr heterogen und konterkariert die ursprüngliche Absicht der Autorin, strukturiert vorzugehen.

Die gut gemeinte Idee, im Buch linierte Seiten für das Verfassen eigener Texte frei zu lassen, verfängt schon deshalb nicht, weil der Einband es kaum erlaubt, das Softcover-Buch so aufzuschlagen, dass es tatsächlich geöffnet liegen bliebe, wenn man denn längere Passagen darin schreiben wollte. Das glatte Papier, auf dem fast jeder Stift abrutscht, ist ebenfalls für (erotische) Schreibübungen denkbar ungeeignet.  Ein ganz normaler Schreibblock tut hier bessere Dienste. Aber dieses Manko kann man nicht der Autorin anlasten, sondern geht auf das Konto des Verlags, wie sicher auch die etwas erratische Verwendung gewisser gestalterischer Mittel. Auf den ansonsten bis auf die Linien leeren Seiten sind manchmal kleine Zeichnungen eingestreut, z.B. ein Stift, ein Kussmund,  ein Kondom oder ein Sexspielzeug. Auf solchen grafischen Schnickschnack hätte man getrost verzichten können., ebenso wie auf den mehrfachen Appell, doch seine Ideen, Geschichten oder sein persönliches erotisches Abecedarium an den Konkursbuch-Verlag zu schicken – sogar unter Angabe der Mailadresse des Verlags. (z.B. S. 57, 68)

„Dirty Writing“ ist ein Buch, das sicher denjenigen als Inspirationsquelle dienen kann, die es bisher nicht gewagt haben, ihre erotischen Fantasien, Wünsche oder Träume zu verbalisieren, auch wenn die wiederholte Aufforderung, kreativ zu sein, sich fallen zu lassen, zu entspannen und frei zu assoziieren, mitunter etwas gewollt wirkt und bei manchem Leser eher das Gegenteil bewirken wird. Menschen, die es gewohnt sind, offen mit ihrer Sexualität umzugehen, werden die in dem Buch vorgeschlagenen Schreibübungen wahrscheinlich eher läppisch finden.

Die Autorin weist zu Recht darauf hin, dass insbesondere erotische Szenen schwer zu verfassen sind und auch renommierten Schriftstellern nicht immer gelingen. (S. 27) Für erfahrene Autoren, die ihre Kompetenz im Schreiben überzeugender erotischer Szenen verbessern wollen, ist Witkas Buch nur bedingt geeignet. Das Standardwerk von Elizabeth Benedict „Erotik schreiben“ ist hier viel hilfreicher, auch wenn es mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist und dringend einer Aktualisierung bedürfte.

Alles in allem ist „Dirty Writing“ ein gut recherchiertes, stilistisch ansprechendes Buch mit interessanten formalen Ansätzen, dessen Gesamtwirkung leider durch einige gestalterische Mängel und die etwas aufdringliche Werbung für den Verlag geschmälert wird. Eines jedoch steht nach Lektüre des Buches fest: Ines Witka versteht sich auf die Kunst, hochwertige erotische Texte zu verfassen, und ihre Geschichten machen definitiv Lust auf mehr.

 

 

 

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Vom Schreiben schamloser Texte. 

Ein Übungs- und Inspirationsbuch

Taschenbuch

Autoren/Herausgeber: Ines Witka
Ausgabe: 1. Auflage